Analoges und digitales Fernsehen: Welche Unterschiede gibt es?

Nicht nur DVDs und blu-ray-Discs sorgen in Zukunft für digitalen Filmgenuss in deutschen Wohnzimmern. Spätestens bis zum 30. April des kommenden Jahres um 3.00 Uhr nachts stellen alle deutschen Sender ihren analogen Übertragungsweg auf digitale Sattelitenübertragung um. In den Mitgliedsstaaten der EU sollen alle analogen Sattelitenübertragungen auf digitale Übertragung bis spätestens 2012 vollzogen werden. In den übrigen Ländern Europas soll die Analogabschaltung spätestens bis zum Jahr 2015 erfolgen. Die digitalen Signale werden in Zukunft weiterhin in zwei Qualitäten übertragen, in HD und in SD. Bei der digitalen Vermittlung werden im Gegensatz zur analogen Übertragung die jeweiligen Bild- und Tonsignale bereits vor der Übertragung komprimiert.

Mit welchem Gerät empfangen Sie welches Signal

Um analoges bzw. digitales Fernsehen zu empfangen, sind unterschiedliche Geräte notwendig. Die Übertragung des analogen Signals erfolgt über Satellitenanlagen und via Kabelfernsehen. Um allerdings auch nach dem 30. April noch fernsehen zu können, ist eine technische Umrüstung notwendig. Wenn Sie bisher über analoges Sattelitenfernsehen verfügen, ist es unabdingbar, dass Sie sich einen Receiver, also einen Empfänger, besorgen. Bei vielen neuen Fernsehgeräten ist dieser bereits integriert. Sollten Sie kein Fernsehgerät mit integriertem Receiver (IDTV) besitzen, müssen Sie auf eine Set-Top-Box (DVB- S) zurückgreifen, die als Beistellgerät an den Fernseher und die Satanschlussdose gekoppelt wird. Dieser Receiver wandelt die digitalen Signale nach dem Empfang wieder in analoge Signale um, die das Fernsehgerät dann weiter verarbeiten kann. Achten Sie, falls sie HDTV wünschen, zusätzlich auf einen entsprechenden Vermerk am Receiver. Aber Vorsicht, es kann nur ein HD-fähiges Fernsehgerät die erwünschte Qualität erbringen! Außerdem können Sie digitales Fernsehen auch über Kabelfernsehen empfangen, da die Kabelbetreiber die technischen Maßnahmen ergreifen, um die Verarbeitung des digitalen Signals zu gewährleisten. In diesem Fall müssen Sie keine weiteren Maßnahmen ergreifen.

Gründe für die Abschaltung des analogen Signals

Durch die moderne Methode, die Bild – und Tondaten bereits vor der Übermittlung zu komprimieren, spart die Übertragung an Bandbreite. Daher sind die neuen Programme nach der analogen Satellitenabschaltung weniger störungsanfällig. Außerdem können durch eine gesteigerte Bandbreiteneffizienz mehr Programme übertragen werden. Aus ökonomischen Gründen wäre eine Dreifachübertragung, also das gleichzeitige Bestehen digitaler (SD bzw. HD) und analoger Sattelitenübertragung nicht sinnvoll.

Bild: panthermedia.net Uwe Pillat