Motorrad Navigation: Hilfreiches Gadget oder Verkehrsrisiko?

Navigationsgeräte werden immer selbstverständlicher. Kaum ein Autofahrer wagt eine Reise ins Unbekannte ohne sein Navigationsgerät, selbst im Smartphone gibt es bei Android standardmäßig die Google Navigation. Die Geräte sind erschwinglich geworden, so bekommt man Einsteigergeräte bereits unter 100 Euro. Anders verhält sich das bei den Navigationsgeräten für Motorräder. Diese beginnen bei weit über 100 Euro, die Modelle namenhafter Hersteller liegen bei ca. 600 Euro. So hilfreich so ein Navi auch sein kann, so gefährlich kann es aber auch für Motorradfahrer sein.

Die richtige Befestigung steigert die Sicherheit

Das größte Problem bei einem Motorrad-Navi ist die Befestigung. Das Navi muss gut einsehbar sein, darf aber nicht den Blick auf die Straße behindern. Hängt es zu tief in der Mitte des Lenkers, kann ein Blick auf das Navi ein paar Sekunden kosten, die dann auf der Strecke blind zurückgelegt werden. Das kann für eine große Gefährdung des Verkehrs sorgen, darum sollte das Navi hoch genug installiert sein, dass idealerweise die Straße beim Ablesen mit im Blickwinkel bleibt. Ein HUD im Helm gibt es ja leider noch nicht, aber das wird wohl in Zukunft auch als Alternative möglich sein.

Navigationsansagen trotz Helm

Generell hat der Motorradfahrer gegenüber dem Autofahrer einen essenziellen Nachteil. Er hört die Ansagen nicht und muss daher immer auf das Display achten. Daraus folgen häufige Blicke auf das Gerät und daher mehr „Blindflüge“. Doch für dieses Problem haben einige Hersteller und Zubehöranbieter die Lösung. Neben möglichen Kopfhörern, die aber die Umgebungsgeräusche dämpfen und daher wieder ein Verkehrsrisiko darstellen, gibt es kleine Lautsprecher, die in das Polster des Helmes gelegt werden, oder sogar Helme, welche diese gleich integriert haben. Neben den kabelgebundenen Varianten gibt es auch solche, die über Bluetooth funktionieren. Da der Fahrer sowohl die Umgebungsgeräusche, als auch die Ansagen hören kann, sind viel weniger Blicke auf das Display nötig. Durch die Beachtung der genannten Punkte kann der Motorradfahrer das Risiko möglichst gering halten.

Bild: panthermedia.net Werner Hilpert